Giesinger Sternhagel überzeugt bei Starkbierprobe

Das Bier- und Oktoberfestmuseum in München hat mit der Starkbierprobe eine interessante Veranstaltung im Programm, die bei Münchner Bierliebhabern auf große Resonanz stößt.

Bier Oktoberfest Museum

Bier Oktoberfest Museum

Im September 2005 öffnete das Bier- und Oktoberfestmuseum in der Sternecker Str. 2 zum ersten Mal seine Türe. Von außen etwas unscheinbar, versetzt es den Besucher im Inneren ein paar Jahrhunderte zurück ins Mittelalter. Im Jahre 1327 erbaut ist das Gebäude des Bier- und Oktoberfestmuseums die älteste Immobilie in München, in Kleinarbeit und verliebt bis in Detail saniert von der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung, die das Haus erwarb und damit vor dem Zerfall bewahrte. Schon die Holztreppe in die oberen Stockwerke ist ein Highlight in dem verwinkelten Gebäude und mehr als 500 Jahre alt. Es ist kaum ein besserer Ort vorstellbar, um eine Starkbierprobe zu veranstalten. Der Gastraum im Obergeschoß des Museumstüberls war infolgedessen auch bis auf den letzten Platz mit ca. 50 Gästen ausgefüllt und nach einer Vorstellung des Bier- und Oktoberfestmuseums und einer kleinen Einführung in die Geschichte der Münchner Starkbiere konnte es mit der Verkostung der Starkbiere losgehen. Auf dem Programm standen insgesamt sechs Starkbiere aus Bayern, vorwiegend aus Münchner Brauereien, drei davon offen und drei Klassiker in Blindverkostung.

Zum Start wurde der Andechser Doppelbock Dunkel aus der Andechser Klosterbrauerei vom Heiligen Berg im Fünf-Seen-Land angekündigt. Die Andechser Klosterbrauerei ist die einzige Brauerei in Bayern, die während des ganzen Jahres zwei Starkbiere im Sortiment hat und für den Export in die ganze Welt braut. Die Klosterbrauerei Andechs gehört zu den wenigen noch aktiven Klosterbrauereien in Bayern, die schon seit dem Mittelalter – urkundlich nachgewiesen seit 1455 – Bier braut. Zum Andechser Doppelbock Dunkel muss man keine großen Worte mehr machen, da er den meisten Bierkennern bekannt sein dürfte und sicherlich zu den besten Starkbieren aus Bayern gehört.

Die nächsten drei Starkbiere stammten aus Münchner Brauereien und wurden blind verkostet, womit ich noch nicht allzu sehr vertraut bin. Obwohl es ja nicht mehr allzu viele Brauereien in München gibt, war die Zuordnung der einzelnen Starkbiere recht schwierig. Verkostet wurden der Salvator von Paulaner, der Maximator von Augustiner und der Animator von Hacker-Pschorr. Und wie das bei einer Blindverkostung so ist, muss man auf seinen Geschmack vertrauen. Und hier offenbarte sich für mich viele die Überraschung des Abends, dass der Maximator von Augustiner mit den anderen beiden Starkbieren geschmacklich nicht mithalten kann. In München unangefochtene Nr. 1 war ich doch verblüfft, dass sich hinter dem schlechtesten Starkbier des Abends der Maximator verbirgt. Damit hatte ich nicht gerechnet. Von den anderen beiden war für mich der Salvator von Paulaner der Gewinner, jedoch nur mit leichtem Vorsprung. Der Animator von Hacker-Pschorr hatte auch den Nachteil, dass er erst als Nr. 4 und somit zu vorgerückter Stunde des Abends serviert wurde.

Giesinger Bräu

Giesinger Bräu

Das Highlight des Abends entpuppte sich jedoch erst zum Ende der Veranstaltung hin. Der Geschäftsführer der noch sehr jungen Brauerei Giesinger Bräu München hatte die Gelegenheit, ihr Starkbier “Giesinger Sternhagel” vorzustellen. Der Giesinger “Weizen-Triple-Bock” wird mit einer belgischen Trappistenhefe gebraut und erklimmt so deutliche höhere Alkoholstufen als die bislang verkosteten Starkbiere. Und nichtsdestotrotz entfaltet das Giesinger Sternhagel ein erstaunlich fruchtiges Aroma, wodurch das Starkbier extrem süffig wird. Der Preis einer 0,7 Liter Flasche ist jedoch ebenso abenteuerlich wie das Getränk selbst. Trotzdem wird es nun langsam Zeit, der “zweitgrößten Privatbrauerei in München” einen Besuch abzustatten und auch mal die anderen Giesinger Biere zu probieren, z.B. das Untergiesinger Erhellung, das Giesinger Pilschen oder Weber’s Weiße. Wer weiß, vielleicht wächst hier die nächste Brauerei auf dem Oktoberfest heran.

Zum Abschluß wurde noch ein Aventinus Eisbock im 0,1 Liter-Glas serviert, wohl wissen, dass hier ein ordentlicher Kracher auf den Tisch kommt. Da ich bei meinem letzten Besuch im Schneider Bräuhaus im Tal schon reichlich zu intensive Bekanntschaft mit dem Aventinus Eisbock gemacht hatte, konnte ich mich an diesem Abend zurückhalten.

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