India Pale Ale aus Bayern

Das India Pale Ale (IPA) findet auch in Bayern immer mehr Fans, zumal das Angebot an sehr guten IPAs aus bayerischen Brauereien von Jahr zu Jahr zunimmt. Die besten India Pale Ales aus Bayern wollen wir hier nun vorstellen. 

Kurze Geschichte zum India Pale Ale (IPA)

Historische GaleereUrsprünglich haben die Briten das klassische India Pale Ale (IPA) erfunden, um ihre Truppen in den britischen Kolonien, insbesondere in Indien, mit trinkbarem Bier aus der Heimat zu versorgen. Hierzu wurde das klassische obergärige Pale Ale so modifiziert, dass es deutlich haltbarer wurde und so die lange Seereise rund um das Kap der Guten Hoffnung vor Südafrika zu den britischen Truppen in Indien überstand. Die Lösung bestand darin, beim Brauvorgang deutlich mehr Hopfen zu verwenden und den Alkoholgehalt zu erhöhen. In Indien angekommen, sollte das Bier im Verhältnis 1:1 mit Wasser verdünnt werden; allerdings fand die stärkere und intensivere Variante des Pale Ale offensichtlich mehr Anklang bei den Soldaten.

Wiederentdeckung des India Pale Ale (IPA)

Seine Wiederentdeckung verdankt das IPA dem Craft-Beer-Trend in den USA in den 1990er Jahren, der zunächst nach London überschwappte. Inzwischen ist Craft-Bier auch in Deutschland kein Fremdwort mehr und Hopfenstopfen findet bei immer mehr Brauereien Einzug. Was in den USA langsam begann (1984 gab es hier gerade einmal 83 Brauereien), nahm 1978 mit der Liberalisierung des Heimbrauens richtig Fahrt auf. Im gleichen Jahr gründete Charlie Papazian in Colorado die American Homebrewers Association (AHA) und nur wenige Jahre später fand das erste Great American Beer Festival (GABF) statt, heute eines der größten Bierwettbewerbe der Welt mit mehr als 3.000 verschiedenen Biersorten. Es folgte ein wahrer Gründungsboom, aus dem sich in den USA die sog. Craft Breweries entwickelt haben. In 2009 produzierten 1.595 Craft Breweries rund 9 Millionen Barrel (8,5 Millionen in 2008). Im Verhältnis zu den mehr als 200 Millionen Hektoliter insgesamt war das in 2009 nur ein kleiner Markt, aber im Vergleich zum schrumpfenden Gesamtmarkt (-2,2% in 2009) dafür mit großem Potential und stetigem Wachstum.

Parallel hierzu haben sich in den USA sog. Multi-Taps entwickelt, wo man eine große Anzahl an Fassbieren und Flaschenbieren unter einem Dach verkosten und entdecken kann. Ohne gesetzlich verordnetes Reinheitsgebot, ohne festgefahrene Geschmacksmuster und mit viel Mut experimentieren die Craft Breweries mit Biersorten, Aromahopfen (Cascade, Amarillo, Citra oder Chinook), Hefe und allen möglichen Zusatzstoffen wie Obst, Gewürze, Kaffee oder Schokolade. So ist der Katalog in den USA in wenigen Jahren auf gewaltige 124 Biersorten und mehr angewachsen.

Charakter der India Pale Ales

Ein typisches India Pale Ale ist ein wahres Feuerwerk verschiedenster Aromen, die oft mehr an tropische Früchte erinnern als an Bier. Den “normalen” Biertrinker wird ein IPA zu Beginn regelmäßig überraschen und bisweilen auch überfordern, weil der Gaumen solche Aromen in Verbindung mit Bier nicht gewohnt ist. Trotzdem – oder gerade deshalb – ist Vorsicht angesagt, weil man schnell auf den Geschmack kommt und “bald nichts mehr anderes trinken will” ;-). Besonders Frauen sind dem IPA schnell verfallen, weil sie die fruchtigen Aromen mögen. Ein perfektes IPA ist im Antrunk leicht süßlich, gefolgt von einer sich schnell ausbreitenden Bittere, die jedoch nicht zu heftig werden darf und den Aromen genügend Raum zur Entfaltung lässt.

Camba Bavaria IPA

Das Camba Bavaria IPA ist nach dem Rezept des Braumeisters Eric Toft von der Schönramer Brauerei entstanden. Hinter der Marke und Brauerei Camba Bavaria versammelt sich ein bunter Reigen von Brauern an den Braukesseln, um einen individuellen Sud zu entwickeln und die Vielfalt der Bierwelt aufzuzeigen. Eric Toft, seinerseits hauptberuflich Braumeister in der Brauerei Schönram, griff den Craft-Beer Stil seiner US-Heimat auf und kreierte ein kraftvolles IPA mit stolzen 8,0 % vol. alc. und 17,8 % Stammwürze, das im Geschmack vor allem an frische Erdbeeren erinnert.
Stammwürze: 17,8 %
Alkohol: 8,0 % Vol.

Crew Republic IPA (Drunken Sailor)

Die zwei ehemaligen Unternehmensberater Mario Hanel und Timm Schnigula erfüllten sich mit ihrem noch jungen Unternehmen Crew Republic (vormals Crew Ale Werkstatt) den Taum einer eigenen Brauerei, und das mitten in der bayerischen Metropole München. Das erste Bier im Sortiment der Münchner Crew Republic war das CREW Pale Ale mit 5,6 % Alkoholgehalt und 40 IBU Bittereinheiten, gefolgt von dem Crew IPA mit “unendlich viel Hopfen und einem hohen Alkoholgehalt”. In Zahlen sind das 6,4 % Alkohol und 58 IBU.
Stammwürze:
Alkohol: 6,4 % Vol.

Schönramer IPA

Das Schönramer IPA aus der Privaten Landbrauerei Schönram im oberbayerischen Chiemgau gehört neben den Klassikern Schönramer Helles, Pils und Weißbier zu den Bestsellern der überaus erfolgreichen Brauerei, die zu den Gewinnern des World Beer Cups 2014 gehörte. Beim Schönramer IPA muss man sich auf eine regelrechte Aromen-Explosion gefasst machen, bei der man vor allem an Orangen und Mangos erinnert wird. Der Antrunk ist sehr angenehm und weich, was den Trinkgenuss insgesamt sehr harmonisch gestaltet. Mit seinen 8,5 % Vol gehört es jedoch definitiv zu den stärkeren Varianten der India Pale Ales.
Stammwürze: 17,8 %
Alkoholgehalt: 8,5 % Vol.

Riedenburger Dolden Sud

Der Dolden Sud aus dem Riedenburger Brauhaus ist sozusagen die bayerische Bio-Lösung unter den India Pale Ales und gehört für uns zu den Besten der Besten, zumal es in den einschlägigen Biomärkten Basic und Alnatura für wenig Geld zu kaufen ist. Zuletzt ist jedoch aufgefallen, dass es immer öfter ausverkauft ist. Offenbar kommen die Riedenburger Braumeister mit dem Brauen nicht nach.
Stammwürze 15,5 %
Alkoholgehalt 6,5 % Vol.
Auf dem Rückenetikett kann man die Geschichte des Dolden Suds wie folgt nachlesen:
19. Jahrhundert | Britisch-Indien | Engländer sitzen auf dem Trockenen | Bier muss her | Problem: Bier wird schlecht auf See (nicht seekrank) | Lösung: mehr Alkohol, mehr Hopfen, dann vor Ort verdünnen | Verdünnen? Nö. Schmeckt super! | India Pale Ale erfunden | 21. Jahrhundert | Braumeister schickt zwei Söhne in die Welt | Neues Bier muss her | Finden altes IPA | Machen neues IPA | Schmeckt richtig spitze | Alles Bio! | Alle glücklich! | Alle Prost!
Der Riedenburger Dolden Sud ist nicht nur geschmacklich gelungen, sondern auch schon optisch im Glas sehr verführerisch, wie es da golden-orange schimmert, bedeckt von einer stabilen Schaumkrone. Schon beim Öffnen der Flasche strömen einem die tropischen Aromen nur so um die Nase, die aus 10 Aromahopfensorten produziert werden. Der einzige Nachteil an diesem Bier ist die Tatsache, dass es einfach zu schnell getrunken ist.

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