Porter und Stout

Porter und Stout sind zwei unterschiedliche, aber verwandte Biersorten, die besonders gut in die kalte Jahreszeit passen und die man vor allem an ihrem malzigen Geschmack und ihrer dunklen bis tiefschwarzen Farbe erkennt.

Bei uns in Bayern sind die beiden Biersorten Porter und Stout noch recht unbekannt und seltener anzutreffen und es wird sich kaum einen finden, der auch noch die Unterschiede zwischen Porter und Stout im Detail erklären könnte. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass die Geschichte der Porter und Stouts sehr ähnlich und darüber hinaus miteinander verbunden ist. Für bayerische Brauereien sind die Biersorten Porter und Stout nach wie vor Exoten, an die sich allenfalls die sog. Craft Beer Brauereien herantrauen.

Porter

Die Heimat der Porter befindet sich eher im englischen Sprachraum, wo man hiermit ein obergäriges Bier mit einem Alkoholgehalt von rund 5% Vol. bezeichnete. In Deutschland und insbesondere im norddeutschen Raum und im Baltikum wird der Begriff vorwiegend für dunkles bis schwarzes Starkbier mit bis zu 9% Vol. Alkohol verwendet. Neben der dunklen Farbe ist auch der malzige Geschmack der Biere eigentümlich, die regelmäßig stark gehopft waren und beim Abgang eine gewisse Bittere hinterließen. Die dunkle Farbe der Porter resultiert aus der Verwendung von Röstmalzen, die auch für den etwas rauchigen Geschmack verantwortlich sind. Weit verbreitet und immer wieder zu lesen ist die Legende, dass der Begriff Porter erstmals im London des 18. Jahrhunderts entstanden sei und sich aus der Mischung aus je einem Drittel Ale, Beer und Twopenny entwickelte. Es ist in der Tat wohl eher eine Legende, da der Begriff Porter sehr viel älter ist.

Innerhalb der Porter einzelne Typen zu unterscheiden, bleiben den Biersommelieren und Spezialisten vorbehalten. Die ursprünglichste Version bzw. der dem Original am nächsten kommende Typ ist das Brown Porter: kräftig, dunkel und mäßiges Röstaroma, oft mit Noten von Karamell, Schokolade, Nuss oder Kaffee. Hopfenaroma ist eher schwach ausgeprägt. Es folgt das Robust Porter, das in allen Aromen deutlich ausgeprägter ist. Besonders im Baltikum kennt man das Baltic Porter. Im einzelnen nachzulesen und zu vertiefen unter kgbrauereien.org/biersorten.

Produktbeispiele:

  • Camba Coffee Porter,
  • BraufactuM Oscur,
  • Riegele Robust Porter “Chocolate”.

Stout

Beim Stout handelte es sich ursprünglich um ein Porter mit einem noch höheren Stammwürzegehalt, die man auch Stout-Porter nannte, wobei es Single Stout Porter, Double Stout Porter, Triple Stout Porter und Imperial Stout Porter gab. Hieraus entwickelte sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts schließlich die abgekürzte Version Stout. Das Stout ist ebenfalls regelmäßig dunkel bis tiefschwarz und mit einem ausgeprägten Röstaroma. Im Gegensatz zu früher ist das Stout jedoch nicht mehr die stärkere und gehaltvolle Variante des Porters. Geschmacklich ist es dem Porter insoweit ähnlich, als die Röstaromen überwiegen, aber die Hopfenbittere ist deutlich intensiver ausgeprägt. Charakteristisch ist auch die cremige, stabile und schimmernde Schaumkrone. Besondere Ausprägungen des Stouts sind das Milk Stout (Einsatz von Laktose), Oatmeal Stout (Hafer), Chocolate Stout, Coffee Stout, Oyster Stout und Russian Imperial Stout. Im einzelnen nachzulesen und zu vertiefen unter kgbrauereien.org/biersorten.

Produktbeispiele:

  • Camba Milk Stout,
  • Camba Imperial Stout,
  • Camba Dry Stout,
  • Crew Roundhouse Kick Imperial Stout,
  • Maxbrauerei Russian Imperial Stout.

Das Revival von Porter und Stout

Wegen der Getreideknappheit infolge der beiden Weltkriege und der zunehmenden Besteuerung der Rohstoffe nahm die Stammwürze der Porter und Stouts und daraufhin auch der Konsum immer weiter ab, so dass immer weniger Brauereien diese Biersorten herstellten. Erst mit dem neuen Trend zum Craft Beer und ausgefallenen Biersorten lebten die Biersorten Porter und Stout wieder auf und heute gibt es auch in Bayern einige Brauereien, die einige Biere im Sortiment haben, allen voran die Brauerei Camba Bavaria in Truchtlaching im Chiemgau.

 
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