Bier brauen

Selbst Bier brauen kommt wieder zunehmend in Mode und auf diesen Trend ist auch zurückzuführen, dass sich im Internet einige Online-Shops erfolgreich auf Rohstoffe, Geräte und Zubehör zum Bierbrauen spezialisieren konnten. Auch die informativen Angebote für Haus- und Hobbybrauer sind rasant angestiegen.

Kaum zu glauben, dass Bierbrauen bis Ende des 18. Jahrhunderts zum häuslichen Alltag gehörte, ähnlich wie Brotbacken. Seit einigen Jahren ist zu beobachten, dass immer mehr Bierliebhaber auch das Bierbrauen als spannendes Hobby entdecken. Die Beweggründe sind vielseitig, wobei sicher der Einfluss auf die Auswahl der Rohstoffe, das Werkeln an der Brauanlage, der Spaß am Brauen selbst und die Neugier auf das selbst hergestellte Produkt eine entscheidende Rolle spielen. Inzwischen kann man sich im Internet recht einfach mit den notwendigen Rohstoffen, Geräten und dem Zubehör wie z.B. Flaschen ausstatten.

Rohstoffe zum Bierbrauen

Jeder weiß, dass Bier aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe hergestellt wird. Alkohol und Kohlensäure entstehen dann automatisch bei der Vergärung des Zuckers, der sich beim Maischen aus der im Malz enthaltenen Stärke entwickelt. So weit so gut, aber das Problem steckt bekanntlich im Detail. Wasser ist z.B. nicht gleich Wasser und auch beim Hopfen oder bei der Hefe gibt es die unterschiedlichsten Sorten und Qualitäten.

Das Wasser ist für den Brauvorgang extrem wichtig und nicht jedes Wasser eignet sich zum Bierbrauen. Idealerweise sollte das Brauwasser möglichst weich und leicht sauer sein, also maximal 10 Grad deutscher Härte und einen ph-Wert um 6,5 aufweisen.

Das Malz wird in erster Linie aus Gerste hergestellt, die speziell für Brauzwecke angebaut wird und daher auch Braugerste genannt wird. Mälzereien verarbeiten die Gerste zu Malz und bringt es zum Keimen. Anschließend wird das Malz gedarrt, wobei die Färbung hauptsächlich von der Temperatur beim Darren abhängig ist. Während Pilsner Malz die hellste Sorte ist, entstehen aus Wiener Malz und Münchner schon deutlich dunklere Biere. Für Weißbiere verwendet man dagegen Weizenmalz, meist in Kombination mit Pilsner Malz. Für das in Bamberg so beliebte Rauchbier  wird das Malz vor dem Darren geräuchert, wodurch das markante Raucharoma im Bier entsteht. Das größte Angebot an Malzen findet man auf der Webseite der Bamberger Mälzerei Weyermann.

Durch Zugabe von Hopfen erhält das Bier die Bittere und das typische Bieraroma. Der Hopfen sorgt auch für die Schaumbildung und die Haltbarkeit der Biere. Jede Hopfensorte hat ihr spezifisches Aroma, das mit dem darin enthaltenen Lupulin zusammenhängt, in dem die für das Bier so wichtigen Bitterstoffe enthalten sind. Hopfen wird einmal jährlich im September geerntet, wobei sich das größte Hopfenanbaugebiet Deutschlands in der bayerischen Hallertau befindet. Die Hopfendolden werden nach der Ernte zunächst getrocknet und größtenteils zu Pellets gepresst.

Die Hefe sorgt für die Vergärung des Zuckers, der im Malz enthalten ist und dadurch den Alkohol und die Kohlensäure ins Bier bringt. Zu unterscheiden sind obergärige und untergärige Hefen und innerhalb dieser Gruppen nochmals zahlreiche Stämme. Hefe erhält man ebenfalls im Handel, in flüssiger oder getrockneter Form, wobei sich für Anfänger eher Trockenhefe eignet.

Geräte zum Bierbrauen

Zum Bierbrauen sind einige Geräte erforderlich, die es im gewöhnlichen Handel nicht zu kaufen gibt. Das wichtigste Gerät ist der Sudkessel, in dem Maische und Würze erhitzt werden. In der Praxis der Haus- und Hobbybrauer ist ein Einkochtopf mit eingebautem Heizwerk am besten geeignet. Deutlich günstiger als der Sudkessel ist der Wassereimer mit Literskala, um das Wasser abzumessen. Als weitere praxistaugliche Geräte wird ein Eimer- und Filterset benötigt, bestehend aus einem Brau- und Gärbottich mit Auslaufhahn, Abfüllrohr und Deckel (am besten im Komplettset), Filtereimer mit Seiher, Maischesack und Trubfiltergewebe. Zum Messen der Temperatur ist ein Thermoter notwendig, das bis 100 Grad Celsius mißt. Zum Rühren der Maische wird noch ein Maischepaddel benötigt, das groß genug sein sollte, um ausreichend Abstand zur heißen Maische zu halten. Für die Jodprobe und zum Messen der Stammwürze sind ferner Jod und eine Würzespindel mit passendem Zylinder erforderlich. Weiterhin hilfreich und meist im Haushalt vorhanden ist ein Messbecher und Schaumlöffel.

Flaschen

Nach Abschluß des Brauvorgangs benötigt man noch genügend Flaschen, um das Bier abzufüllen. Hier bieten sich zunächst Bügelverschlussflaschen an, da sich diese am einfachsten verschließen lassen und auch optisch am meisten hermachen. Deutlich günstiger – und im Fachhandel oder beispielsweise bei flaschenbauer.de zu kaufen – sind 0,5 Liter Flaschen, entweder in der Standard-Ausführung oder als Longneck-Flaschen. Wer sich nicht immer wieder neue Flaschen kaufen will, benötigt noch eine Flaschenbürste zum Reinigen der Flaschen, dünn genug und am besten mit Stahlborsten gegen widerspenstige Verunreinigungen.