Weißfux und Rotfux

Weißfux und Rotfux aus Frauenau im Bayerischen Wald sind die ersten Biere des Gypsybrauers Matthias Fuchs; also ein typisch bayerisches Weißbier und ein eher exotisches Pale Ale.

Weißfux und RotfuxMatthias Fuchs ist studierter Arzt aus Wiesbaden mit Zweitwohnsitz in Frauenau im Bayerischen Wald. Dort braut er unter dem FirmennamenFrauenauer Turbinenbräu e.K.” als sog. Gypsybrauer ein Weißfux – ein typisch bayerisches Weißbier – und ein Rotfux – ein britisches Pale Ale  – und beide auf traditionelle Weise nach dem bayerischen Reinheitsgebot. Gypsybrauer gehören zwar zu einer wachsenden Spezies unter den Braumeistern Deutschlands und in Österreich, aber im Vergleich zu den Zahlen in den USA sind sie hier noch verschwingend gering. Wanderbrauer sind von Haus aus kreativ und brauen ihre Biere ohne eigene Brauanlage in sog. Gastbrauereien.

Vieles steckt bei Matthias Fuchs noch in den Kinderschuhen, insbesondere das Etikett und die Homepage. In den Details merkt man, dass hier ein Hobbybrauer am Start ist, bei dem Brauen mehr Berufung als Beruf ist. Die Frauenauer Turbinenbräu e.K. wurde Ende 2011 gegründet – in einer alten Wasserturbine der Glasbarone in Frauenau. Gebraut wird in der 1. Dampfbierbrauerei in Zwiesel.

Beim Frauenauer Weißfux war ich mehr oder weniger enttäuscht. Auf dem Etikett wird es als traditionelles Weißbier mit leckeren Hopfenaromen (Cascade und Citra) angekündigt, aber weder das typische Weißbier-Aroma noch überraschende, fruchtige Geschmacksnoten sind zu entdecken. Das bleibt für mich sicher eine einmalige Erfahrung, da es hier deutlich bessere Craft-Beer-Weißbiere gibt, z.B. das LoveBeer von Camba Bavaria.

Umso überraschender war dann das Pale Ale Rotfux, bei dem ebenfalls Cascade- und Citra-Hopfen verbraut werden. Beim Rotfux kommen die Aromen jedoch deutlich besser, intensiver und harmonischer zum Vorschein. Schon der Geruch verströmt fruchtige Aromen en masse, die jedoch nicht nicht so aufdringlich wirken wie bei vielen anderen Pale Ales. Auch beim Antrunk und Geschmack setzte sich das positive Gefühl fort. Während so manches Pale Ale von anderen Brauereien von allem zu viel hat, begeistert das Rotfux mit einer etwas zurückhaltenden Frische und Fruchtigkeit (Zitrone, Grapefruit), die das Bier insgesamt süffiger macht. Definitiv ein Bier, das man nochmal trinken will.

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